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Kaltes Essen? Aber ja, warum denn nicht…

Man sagt warmem Essen nach, es würde den Hunger wie sonst nur wenig stillen und man solle mindestens ein Mal täglich eine Mahlzeit zu sich nehmen, die man über Flamme erhitzt hat. 

Grundsätzlich stimme ich dieser Prämisse voll und ganz zu. Dennoch lasse ich mich manchmal – und ich meine das völlig ernst und ich befinde mich im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte – dazu hinreißen, einfach einen ganzen Tag lang nur kaltes Essen zu mir zu nehmen.

Der Sonntag wird – kalt

Heute, ich gestehe es offen und ehrlich, war wieder so ein Tag. Ein Sonntag. Der Tag des Herren. Die Menschheit ist es gewohnt, anlässlich dieses Jubelfestes opulente Mahlzeiten wie Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und Reis oder ein gediegenes Schweinebratl mit Semmelknödel und warmem Krautsalat zu kredenzen. Aber der Livingstone frisst Käswurscht am Stück mit einem würzigen Camembert dazu und stopft sich als Beilage Brot in den Ranzen. Toastbrot, um genau zu sein. Ich glaube, das toppt die ganze Sache noch einmal um ein ganzes Stück…

Auf jeden Fall, ich stopf mir also die Wurst, den Käse und das Brot rein. Und was soll ich sagen? Es hat geschmeckt. Es hat mich nicht unbedingt satt gemacht – nicht auf Dauer – aber ich muss gestehen: Für zehn Minuten hatte ich enormen Spaß mit meinem Futter.

Nach zehn Minuten konnte ich mich schon an nichts mehr erinnern und noch eine halbe Stunde später, ging es meinem Magen ähnlich. Dafür erinnerte sich plötzlich mein Gedärm daran, dass ich vor kurzem gegessen hatte. Also ab zur Nachbearbeitung.

Nach dem Klo ist vor dem Essen

Von dort zurückgekehrt (es ist so still am stillen Örtchen), musste ich für Nachschub sorgen. Ich tat dies mit zwei kleinen Ripperln Schokolade, die ich meiner fünfhunderter Noisette abgezwackt hatte. Natürlich auch nichts gegen Hungergefühl und selbstverständlich auch nicht warm, aber in höchstem Maße beflügelnd für Geist und Gaumen.

Aber wer denkt, mit Wurscht, Kas, Brot und Schokolade wäre mein Sonntag gelaufen gewesen, der irrt – man mag´s sich denken – gewaltig: Da tummelte sich nämlich noch ein höchst kalter Nussstrudel in meinen Gefilden. Allerdings nicht lange. Für fünf bis zehn Messerschnitte hat er sich gehalten, dann war er Geschichte. Meinen Magen hat´s gefreut und das sonntägliche Mahl – kalt und üppig, so wie es sein soll – war beendet. Es ist eben das schönste auf der Welt, nach Herzenslust zu völlern.

So soll es sein

Und wenns zwischendurch mal was Kaltes sein soll – na bitte, da greif ich doch zu. Ich liebe es, nicht jeden Tag das selbe zu fressen. Ich mag die Vielfalt. In einer Welt, in der Diversität gelebt wird, muss es einem Gourmand wie mir möglich sein, einfach mal einen ganzen Tag lang kalt hinein zu schaufeln.

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