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Fotografieren? Pflicht!

Es gibt etwas, das ist Bestandteil von jedem Essen und das war zwar nicht immer so, aber seitdem sich dieses Etwas gesellschaftlich manifestiert und zivilisiert hat, ist es von keinem Mittagstisch, von keiner Hochzeitstafel und nicht einmal vom feierlichen Festbankett mehr wegzudenken: Das Foto!

Kaum serviert – schon fotografiert

Hand aufs Herz – wer heutzutage etwas auf sich hält, ist dringend dazu angehalten, sein Schnitzel, sein Spiegelei oder die ganz profane Bratwurst vor dem Verzehr intensiv abzulichten.

Ich würde sogar so weit gehen: Es tut überhaupt nichts zur Sache, wie die Mahlzeit zustande gekommen ist. Ob sie gebraten, geschmort, gebacken oder geröstet wurde. Die Zutaten sind mehr als nebensächlich. Der Koch ist Beiwerk und woher die Ingredientien stammen, spielt ungefähr die gleiche Rolle, wie die Zusammensetzung eines Haufen Hundekots. 

Denn von entscheidender Wichtigkeit, einzig und allein, ist, wie schnell das Essen auf Instagram steht. Denn die Welt wartet. Wartet darauf, zu erfahren, was sich Lieschen Müller heute zwischen die Zähne schiebt. 

Will nicht, gilt nicht

Robert F. Hollund ist ein Freund von mir. Und er ist ein sehr lieber und, ja, ich würde auch behaupten ein sehr vernünftiger und intellektuell überdurchschnittlich begabter Mensch. 

Allerdings hat er auch einen sehr, sehr deutlichen Vogel. Der Mensch kann es nicht lassen, sein Futter in den Schlund zu würgen, sobald es ihm kredenzt wird.

Jetzt ist es nicht etwa so, dass Robert kein Smartphone besitzt. Nein, nein – daran liegt es nicht. Er bräuchte es nur auf sein Zürcher Geschnetzeltes richten und den Auslöseknopf zu drücken.

Aber – und das stellen Sie sich jetzt bitte bildlich vor – der Mensch WILL nicht. Er MÖCHTE sein Essen NICHT fotografieren. Das sagt er. Und – noch schlimmer – er steht sogar dazu. Fast habe ich gar den Eindruck, er ist stolz darauf! Ja, Himmel, Arsch und Donnerwetter!!!

Bei allen guten Winden, im Hinblick auf obige Geschichte, möchte ich Ihnen ans Herz legen: Leben Sie ein Leben in Würde. Seien Sie ein Gourmand und nicht so sehr ein Robert F. 

Alles gut, wenns knipsen tut

Fotografieren Sie das Essen, das Sie verzehren wollen, denn, wissen Sie: Es will es so. Essen gehört fotografiert. Das lehrt uns nicht nur Gott und alle Heiligen des Himmels, sondern auch tausende Jahre der zivilisierten Menschheitsgeschichte.

Denken Sie nach!

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